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Au-pair 13




Eine Stadt voller Löcher

von Jacqueline_K

Am frühen Morgen löste ich mich aus den Armen von Jac und schob ihm statt mir seine Jacke unter. Ich schrieb ihm noch einen Zettel und bedankte mich für die Nacht. Vorne beim Busfahrer erkundigte ich mich, wie weit Jac noch fahren musste und wie teuer die Koje sei, doch der winkte ab.
„Dafür durfte ich mir kostenlos deinen Striptease ansehen“, sagte er und zeigte auf einen Monitor, der den Gang zeigte. Ich wurde rot.
„Du bist nicht die Erste, die das Sc***d mit der Kameraüberwachung übersieht.“ Er tippte auf das Sc***d über seinem Sitz: „Besonders sichere Schlafkabinen dank Kameraüberwachung.“

Ich hatte darauf auch nicht geachtet.

„War er gut?“, wollte der Busfahrer wissen.
„Ich kann nicht klagen“, sagte ich und lächelte.
„Dann werde ich ihn bis zu seinem Ziel von dir träumen lassen.“

Ich verabschiedete mich von ihm und stieg aus dem Bus.

Coober Pedy. Ich hatte eine Stadt erwartet und sah in erster Linie nur Hügel und Sandhaufen. Die Bushaltestelle war an der Interstate und von dort musste ich erst mal ein ganzes Stück zum Zentrum laufen. Theoretisch. Nur ein Sc***d sah ich nicht. Von der Straße führte eine Staubpiste mit der Bezeichnung German Road ab. Mit dem Namen konnte ich eigentlich nichts falsch machen, dachte ich und stiefelte los.
Nach gut einem Kilometer war ich mir nicht mehr sicher, ob es eine gute Entscheidung war. Ich hatte mich verlaufen und brauchte Übersicht. Was hatte auf den Sc***dern gestanden? Achtung Löcher. Da sollte ich mit einem Haufen keine Probleme haben. Ich stieg auf einen losen Berg und wollte mich gerade oben aufrichten, da merkte ich, wie ich wieder abrutschte, allerdings nach innen.
Kennt ihr die Szene aus Starwars, wo der dicke Schwabbel Han Solo diesem Monster in der Wüste zum Fraß vorwerfen will? Genau so sah das nun auch aus, nur ohne das Vieh. Aber ich hatte trotzdem keine Chance zu entkommen. Immer näher rutschte ich an das Loch und dann fiel ich. Ich versuchte noch, meinen Fall zu bremsen, was mir nicht wirklich gelang. Hart erfolgte der Aufprall und ein stechender Schmerz schoss durch mein linkes Bein. “Nicht schon wieder”, dachte ich und dann traf mich etwas am Kopf.

Es war heller Tag, als ich wieder zu mir kam. Ich fühlte mich ausgetrocknet. Ich lag in einem Berg aus Sand am Grunde eines Schachtes. In drei Richtungen führten Gänge von hier weg. Es war angenehm kühl und ich fühlte mich seltsam wohl. Ich kannte das Gefühl und es war kein gutes. Nach dem Biss des Krokodils und nach dem des Haies hatte ich mich so gefühlt.
Blutverlust, dachte ich. Ich hab mich wieder verletzt. Ich sah auf und sah die blutige Stange aus meinem linken Oberschenkel ragen. Zumindest keine große Ader, dachte ich, sonst wäre ich längst tot. Wenn ich hier aber nicht wegkäme, dann würde es nicht lange dauern und ich wäre es trotzdem.
Ich begann, um Hilfe zu rufen, aber als ich heiser war, hörte ich auf. Ich versuchte, mich zu bewegen, aber ein heißer Schmerz durchfuhr mein Bein und ließ mich gellend aufschreien. Ich merkte, wie der Schmerz meinen Geist flutete, und dann war wieder alles Schwarz.

Ich verfiel in einen Traum. In dem Traum kroch ein Gnom auf mich zu, der mich an alle möglichen Stellen betatschte. Der Gnom tat mir weh, weil er mein Bein griff. Ich wollte mich wehren, aber seine knubbligen Hände pressten mich zu Boden.
Später spürte ich mein Bein nicht mehr. Ich sah die blutigen Hände des Gnom und der hatte mein Bein in der Hand. Wollte er es mir wegnehmen? Das war doch mir? Warum sollte er es mir nehmen?
Wieder später lag ich auf einem Tisch und war nackt. Der Gnom war da und ein Mann in Weiß und mit Brille. Grelles Licht leuchtete und die beiden Sprachen eine fremde Sprache. Ich roch verbranntes Fleisch. Das waren Kannibalen. Ich hatte schon von Kannibalen gelesen. Die würden mich hier schlachten und zum Ausbluten an die Decke hängen. Mein Bein hatten sie ja schon.
Ich flehte um mein Leben.

Das Gesicht des Gnoms tauchte auf und streichelte meine Stirn.

„Kleine Miss muss tapfer sein“, sagte das Gesicht und ich verstand jedes Wort. Und dann kam der Schmerz erneut, der in meinem Bein, dass ich nicht mehr hatte und ich roch das brennende Fleisch und war wieder weg.

Als ich das nächste Mal erwachte, lag ich in einem Berg weicher Kissen. Ich war noch immer nackt. Etwas Kaltes lag auf meiner Stirn. Ich fühlte mich absolut kläglich, so wie damals, als sie mich entführt hatten. Ich sah mich um und sah als erstes einen Tropf, der zu meinem Arm führte. Tücher lagen um mein Becken und sie fühlten sich ebenfalls feucht an. Rings um an den Wänden hingen Bilder von Pinup-girls. Die Wände waren damit tapeziert. Sie waren aus mindestens fünf Jahrzehnten zusammen gesammelt. Wer immer hier normalerweise lebte, er hatte lange Zeit zum Sammeln.
Ich stellte fest, dass ich auch nur die eine Seite des großen Bettes belegte. Auf der Anderen lag eine aufgeschlagene Bettdecke. Ich lag mit demjenigen, dem hier alles gehörte, in einem Bett.

Ich war zu schwach, um mich aufzurichten. Ich versuchte zu sprechen, aber nur ein Krächzen verließ meine Lippen. Ich hob meinen anderen Arm und an dem hing eine Schnur. Ich zog daran und eine Glocke erklang. Kurz danach kniete der Gnom in meinem Bett.

„God havens Missi wach“, sagte eine sehr alte Stimme.
„Wo bin ich“, flüsterte ich.
„Beim mir“, sagte der Gnom, der eigentlich ein sehr alter drahtiger Mann war. „Du bist in meine Mine gefallen“, sagte er auf Englisch.
„Mein Bein“, fragte ich.
„Noch dran, gerade so. Ein Tag länger und der Doc hätte es abnehmen müssen. Du hast viel Blut verloren. Die Stange ist durch beide Muskeln, aber Gott sei dank an deinem Knochen und den Hauptgefäßen vorbei, hat der Doc gesagt. Und das du bei allem einfach ein unverschämtes Glück gehabt hast. Suppe?“

Ich nickte, aber ich war schon wieder auf dem Weg wegzudämmern.

Beim nächsten Mal leuchtete künstliches Licht. Der Alte lag neben mir und beobachtete mich. Er lächelte, als er erkannte, dass ich wach war. Er stand auf und meine Augen folgten seinem nackten Hintern aus dem Zimmer. Strammer Hintern, dachte ich, im Vergleich zu seinem Gesicht und seinen Händen. Hatte ich das wirklich gerade gedacht? Ich war dem Tod von der Schippe gesprungen und das Erste, was mir bei meinem Retter auffiel, war sein Strammer Hintern?

Ich war bestimmt im Delirium und träumte von wildem Sex mit Engeln. Wie alt war Petrus? Millionen Jahre? Wie schrumpelig mochte er sein?

Der Alte kam zurück und in seinen Händen trug er eine duftende Schüssel. Der Geruch ließ mir das Wasser im Mund zusammen laufen und verdrängte jegliche andere Gedanken. Die Löffel der Suppe, die er mir einflößen, waren eine Offenbarung. Ich konnte nicht genug davon bekommen.

Tage später quälte mich Anton aus dem Bett. Ich war in die Höhle eines waschechten Grafen gestürzt. Anton von Avin. Er hatte meinen Schrei gehört, als er mal wieder einen Rundgang durch seine eigentlich aufgegebene, weil ausgebeuteten Schächte gemacht hatte. Da hatte ich aber schon etwa zwei Tage dort gelegen.
Mit der Hilfe vom Doc hatte er mir dann das Leben gerettet. Der Doc hatte mein Bein abgebunden und hatte es von der Stange gezogen. In der Küche dann, wo sie mich ausgezogen hatten, um zu prüfen, was ich mir noch so geholt hatte, hatte er dann mit einem Brenneisen meine Wunde sterilisiert.
Zu dem Zeitpunkt hatte man noch komplett durch mein Bein durchgucken können. Er hatte dann alles zusammen genäht. Ein Docht steckte trotzdem noch eine lange Zeit in meinem Bein, um den Eiter aus der Wunde zu bekommen. Danach hatten sie mich in sein Bett verfrachtet und hatten mich mit Antibiotika und Kochsalzlösung am Leben gehalten. Trotzdem wusste ich, dass ich wieder sehr dünn war. Und das wollte Anton nun mit aller Macht ändern.

„Beweg dich.“
„Ich kann nicht“, schrie ich ihn an.
„Und wie du das kannst. Wenn du nicht freiwillig aus meinem Bett kommst, werde ich deinen nackten Hintern an den Ort bringen, an dem ich dich gefunden habe.“
„Das schaffst du nie.“

Drohend kam er auf mich zu und als ich schon in seinen Armen lag, gab ich auf.

„Ich gehe selber, lass mich runter!“
„Stehst du auf?“
„Ja, Herr Gott!“
„Dann mach!“

Mühsam stemmte ich mich hoch und schwang das rechte Bein aus dem Bett, das linke blieb aber einfach liegen.

„Was ist nun?“
„Es bewegt sich nicht“, jammerte ich.
„Das ist kein Grund.“
„Ich spüre es nicht.“

Er kniff mich in die Zehen und ich zog reflexartig das Bein ein. Es fühlte sich an, als hätte jemand eine glühende Lanze durch mein Bein getrieben. Ich schrie meinen Schmerz durch das Zimmer.

„Du spürst es ja doch. Und nun steh auf.“
„Macht es dir eigentlich Spaß, mich zu quälen“, heulte ich.
„Wenn es zum Ziel führt? Ja!“, antwortete er. „Aufsetzen.“

Mit Tränen verschwommenen Blick richtete ich mich wieder auf.

„Beine vom Bett.“

Ich biss die Zähne zusammen und schwang auch das Linke herüber. Der Schmerz warf mich sofort wieder um.

„Ich kann nicht, Anton.“
„Doch du kannst. Ein Monat in meinem Bett ist lang genug.“
„Ein Monat?“ Ich sah ihn fragend an.
„Wenn du noch länger liegst, kann es passieren, dass du nie wieder läufst.“

Das erschreckte mich. Ich wollte wieder laufen. Die Vorstellung, ab sofort an einen Rollstuhl gefesselt zu sein, erschreckte mich zutiefst. Mit aller Kraft und mit allen Willen richtete ich mich auf meinem gesunden Bein auf. Er reichte mir Krücken. Langsam humpelte ich auf den Krücken hinter ihm her. Ich hatte das Gefühl, jeden Moment umzukippen, aber der Weg war nicht weit. Nach fünf Metern durfte ich mich in der Küche setzen.

„Willkommen in meiner Küche bzw. meinem Badezimmer“, sagte er. „Was möchtest du zuerst? Gewaschen werden oder was essen?“

Ich war bis zu den Füssen nass geschwitzt.

„Ich möchte mich waschen“, sagte ich.

Er lächelte und kam mit einer Schlüssel. Ich wollte nach dem Lappen greifen, aber er schlug auf meine Hand.

„Du passt nur auf, dass du nicht zu Boden fällst“, sagte er und wusch mich dann sorgfältig und liebevoll von Kopf bis Fuß. Sogar meine Intimregion reinigte er mit Sorgfalt.
Als er fertig war, bekam ich einen Topf voll mit Eintopf. Es war köstlich. Ich verdrückte einen kleinen Teller voll. Dann sagte ich, dass ich mal müsste und er reichte mir einen Eimer.

„Du kannst auch wahlweise wieder in die Windel machen, wie die letzten Wochen.“

Ich lief rot an. Trotzdem stellte ich mich an, wie der letzte Mensch.

„Hast du kein richtiges Klo?“
„Doch, habe ich. Da vorne den Gang lang, die Treppe hoch und oben 100 Meter über den Hof ist das Plumpsklo.“

Die Strecke war unüberwindbar. Aber sie war ein Ziel. Soll ich sagen, dass ich in der folgenden Woche viel geheult habe? Hauptsächlich war es Wut, dass es so lange dauerte, bis ich kräftiger wurde. Anton hatte eine unglaubliche Geduld mit mir und quälte mich aber auch weiter, wenn ich der Verzweiflung nahe war. Nach etwa einer Woche traf ich zum ersten mal auf David. Komischerweise kannte der Aborigine mich.

„Hallo Uru Labi“, nannte er mich.
„Wieso nennst du mich so?“
„Die Traumzeit hat dein Kommen angekündigt. Du wirst hier jemanden das letzte Glück der Erde schenken.“
Trotz aller Versuche, den Sinn dieser Worte zu erfragen, ließ er nicht tiefer Blicken. Stattdessen half er mir aufs Klo. Dort strahlte ich Anton entgegen.

„Kuck mal, wo ich bin.“
„David, du hast ihr geholfen?“, fragte Anton David und der nickte.
„Ja, habe ich.“
„Spielverderber“, sagte ich.
„Er lügt nie“, meinte Anton. „Er versteht das Konzept dahinter nicht.“
Ich sah David an: „Kennst du Tianna?“
„Ich kenne niemand mit diesem Namen.“

Jetzt war ich erst richtig verwirrt. Tianna war bisher die einzige, die mich so genannt hatte.

„So genug geredet, ab ins Bett. Wir gehen schon mal vor“, lächelte Anton und führte David zum Mineneingang.
„Ihr wollt mich hier alleine lassen? Hey! Könnt ihr mir helfen? Grrrrh“, ich fluchte wie ein Rohrspatz auf dem Klo. Plötzlich hörte ich eine Stimme.

„Schöne Muschi hat sie.“
„Ja“, sagte eine andere.
„Wenn du sie lieb streichelst, kann sie deine werden.“
„David, sie ist viel zu jung. Sie ist so alt wie meine Enkeltochter.“
„Alter ist kein Grund. Niemand in meinem Volk schaut auf das Alter.“
„Aber in meinem Volk schon. Sie werden es nicht tolerieren. Sie wird sich unmöglich darauf einlassen. Und es wäre auch nicht richtig.“
„Doch, das wird sie. Sie ist die Uru Labi.“
„Und du wirst mir wie üblich nicht erklären, was das bedeutet.“

Dann verschwanden die Stimmen wieder. Ich fragte mich, warum ich diese Stimmen überhaupt gehört hatte. Ich stand auf und drehte mich hüpfend um. Ich blickte in das tiefe Loch und sah unten eine Lampe. Das Teil war kein Klo. Er hat nur dieses Häuschen auf eines seiner Löcher gestellt, damit ich dahin lief. Ich war stink sauer.

Ich schnappte mir meine Krücken und hüpfte über den Hof. Ich hüpfte die Treppe nach unten und lief den Stimmen der beiden hinter her. Als ich sie erreicht hatte, war ich noch immer stink sauer.

„Wo ist das Klo? Das richtige.“
Anton schaute David an: „Du hast recht.“
„Sag ich doch. Man muss das Kind sitzen lassen, damit es einem folgt.“
„Bitte?“, warf ich dazwischen.
„David hat gesagt, nur wenn ein Mensch wirklich Willens ist, dann läuft er. Und du willst doch auf ein Klo? Wie oft hast du Pausen gemacht auf dem Weg zu uns?“

Ich starrte sie nur an.

Dann sagte ich „kein mal“ und dann, „danke.“

Anton kam auf mich zu und küsste mich.

„Du hast dir eine Belohnung verdient.“
Er führte mich in einen Raum, der nur zwei Ecken von der Küche und dem Schlafzimmer weg war. Es war eine voll eingerichtetes Badezimmer mit Wanne, Dusche, Bede und Wassertoilette. Das ganze herausgeschnitten aus dem Felsen. Es musste Jahre gedauert haben, das Teil zu bauen.

„Meine Güte ist das schön“, sagte ich.

In dem Zimmer gab es auch einen Spiegel, decken hoch. Ich traute mich fast nicht davor. Ich war dünn, unverkennbar, aber ich hatte schlimmeres erwartet. Und ich war nicht mehr so braun. Überdeutlich war der Unterschied an meinen Beinen zusehen. Links war ich schlanker als rechts. Und mittlerweile war mein linkes Bein auch nicht mehr wirklich ansehnlich. Unten Bissspuren, oben Bissspuren und noch immer dieses zerfranzte Loch. Wenn ich meiner Mutter unter die Augen treten würde, würde ich einiges erklären müssen. Vorsichtig tastete ich an den Wunden und Narben entlang. Jemand hatte die letzten Fäden des Krokodilbiss entfernt. Die Haiabdrücke wurden langsam hell. Wer sollte mich so noch lieben, fragte ich mich.

„Du bist wunderschön“, hörte ich Antons Stimme hinter mir.

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