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Natascha 18




Natascha schaut zur Uhr. Wann mag Miriam nach Hause kommen? Allzu lange wird es sicher nicht mehr dauern, darum brüht sie frischen Kaffee auf und wartet, dabei denkt sie darüber nach, wie der morgige Tag ablaufen wird. Vielleicht passiert gar nichts und den Kollegen ist es egal, was Lars in seiner Freizeit macht. Sie schüttelt den Kopf, so reagieren vielleicht die anderen Arbeiter, aber nicht Markus. Für den ist das bestimmt ein gefundenes Fressen. Lothar wird auf ihrer Seite sein oder sich ganz heraushalten. Na ja, wie auch immer, sie muss sich dem Stellen. Man wird ihr oder viel mehr Lars nicht den Kopf abreißen. Mit einigen dummen Sprüchen wird sie leben können.
Sie hat es sich gerade mit einer Tasse Kaffee im Wohnzimmer gemütlich gemacht, als Miriam nach Hause kommt, die verwundert ins Wohnzimmer schaut und sagt: „Ich habe gedacht, dass sich Natascha eine Weile nicht sehen lassen würde.“

Die Angesprochene steht auf, lächelt und meint: „Ich fühle mich so einfach besser.“
Miriam kommt ganz ins Wohnzimmer, sie Natascha in den Arm und küsst sie.
„Wie geht es dir?“, fragt sie nach dem Kuss.
„So weit ganz gut“, sagt Natascha und erzählt ihrer Freundin, wie der Tag bisher verlaufen ist. Sie endet mit ihrer Vermutung, dass dieser Justin das eingefädelt hat.
„Dieses Arschloch“, meint Miriam darauf , „das ist dem zuzutrauen. Aber warum? Was hat er davon?“

„Er sät Unfrieden damit und will mir eins auswischen“, sagt Natascha, „darum hat die Sache auch bei meiner Arbeit publik gemacht.“
„So ein verdammtes Arschloch“, sagt Miriam noch mal mit Inbrunst, schaut ihre Freundin an und fragt: „Du gehst morgen zur Arbeit?“
Natascha nickt, „Wenn ich es nicht mache, hätte Justin erreicht was er wollte.“
„Da hast du recht“, meint Miriam. Sie nimmt Nataschas Hände und fragt: „Hast du Angst davor?“
„Ein wenig“, Natascha zuckt mit den Schultern, „ich weiß nicht was auf mich zukommt, wer weiß, vielleicht passiert gar nichts und alles geht seinen gewohnten Gang.“
„Aber wenn was geschieht, dann rufe mich an, ich komme und hole dich ab.“
„Werde ich machen.“ Natascha schaut etwas bekümmert, als sie hinzufügt, „Du wirst mich auch hinbringen müssen, ich habe kein Auto mehr und wie ich von hier aus mit dem Bus fahren muss, weiß ich noch nicht.“ Sie schaut Miriam an, „Das heißt, wenn ich überhaupt hier bleiben kann.“
„Natürlich kannst du das!“, sagt Miriam entrüstet.

„Deine Eltern haben da auch ein Wort mitzureden. Ich will das auch nicht umsonst machen, ich bezahle dafür.“
„Das will ich aber nicht. Ich will dein Geld nicht.“
„Wir klären das nachher, wenn alle da sind. Okay?“
Miriam nickt und meint, „Du verkraftest das alles wirklich gut, wenn mir das passiert wäre, ich wüsste nicht, ob ich so damit umgehen könnte.“
„Lars hätte daran auch sehr zu knabbern“, meint Natascha, lächelt und zeigt auf sich, „aber ich bin ja da, um ihm zu helfen.“
Am Abend tagt der Familienrat. Als Natascha zu Nicki und Bernhard ins Wohnzimmer kommt, wo sich auch Marianne und Uwe eingefunden haben, schauen sie alle verwundert an.
Natascha lächelt und sagt das, was sie auch schon Miriam sagte: „Ich fühle mich einfach besser so und ich glaube, dass Lars Probleme damit hätte mit der Situation umzugehen.“
„Du nicht?“, fragt Nicki.

Natascha schüttelt den Kopf und erzählt was sie heute gemacht und mit wem sie heute schon telefoniert hat. Sie teilt den anderen auch ihre Vermutung mit, wer wohl hinter dieser hinterlistigen Aktion steckt.
„Also geht du morgen zur Arbeit?“, fragt Marianne.
„Ja.“
„Als Natascha?“, fragt Nicki.
„Nein, Lars geht Arbeiten.“
„Dein Chef hat wirklich gesagt, dass er dich hübsch findet?“, kommt erneut eine Frage von Nicki.
Natascha schließt kurz die Augen, versucht sich das Telefonat in Erinnerung zu bringen. Sie nickt, „So in etwa hat er sich ausgedrückt.“

„Du weißt aber nicht wie deine Kollegen reagieren?“, fragt Bernhard.
Natascha zuckte mit den Schultern, „Ich hoffe, das mir nicht gleich der Kopf abgerissen wird.“ Sie hob die Arme zu einer Hilflosen Geste und wiederholte was sie gestern schon sagte: „Ich habe doch nichts schlimmes angestellt.“
„Nicht schlimm, aber außerhalb der Normalität“, gibt Nicki zu bedenken. Sie zeigt in die Runde, „es gehen nicht alle damit so um wir, einige haben damit arge Probleme.“
„Die meisten Leute die ich kenne, können damit leben“, meint Natascha.
„Dein Vater auch“, fragt Bernhard und nimmt Natascha damit den Wind aus den Segeln. Es gibt nun mal intolerante Menschen und die Kollegen von Lars könnten zu dieser Sorte gehören.
„Ich gehe auf jeden Fall morgen zur Arbeit, das habe ich meinem Chef fest zugesagt. Wenn es wirklich zu Problemen kommt, dann soll ich mich bei ihm melden.“
„Wenn etwas los ist, dann brauchst du mich nur anzurufen, ich hole dich sofort ab“, sagt Miriam zu ihrer Freundin.

„Viele Dank“, Natascha lächelt Miriam an, schaut danach ernst in die Runde und muss zugeben, das sie kein Auto mehr hat und Miriam sie morgen auf jeden Fall abholen muss. Im gleichen Atemzug fragt Natascha, ob sie hier im Haus wohnen kann. Sie betont, dass sie dafür bezahlen wird. Erleichtert hört sie, dass sie bleiben kann solange sie will und sie und Miriam sich vertragen, von einer Bezahlung will jedoch keiner etwas hören. Natascha besteht jedoch darauf, es wird sich schließlich darauf geeinigt, das Natascha und Miriam sich das Geld für den Haushalt teilen. Natascha ist damit einverstanden. Danach löst sich die Runde auf. Natascha ist froh darüber, es macht sich bemerkbar, dass sie die Nacht zuvor kaum geschlafen hat. Trotzdem sie so müde ist, kann sie nicht gut schlafen. Der morgige Tag hängt beschäftigt sie zu sehr. Natascha hat sich zwar sehr taff gegeben, muss sich selber jedoch gestehen, dass sie sich fürchtet. Irgendwann schläft sie doch ein und wacht am nächsten morgen einigermaßen ausgeruht auf.

Gut eine Stunde später sitzt Lars neben Miriam im Auto und hat ein flaues Gefühl im Magen. Er hat gestern nicht viel gegessen und heute morgen auch nur mit Mühe und Not einen Toast runterbekommen, weil Miriam es so wollte. In der Zementfabrik angekommen, verabschiedet er sich mir seiner Freundin und geht zögernd ins Büro, um zu stempeln. Die beiden Frauen die dort arbeiten schauen ihn zwar neugierig an, verhalten sich sonst so, wie sich ihm gegenüber schon immer verhalten haben. Er wird nur gebeten einen Urlaubsschein für den gestrigen Tag zu unterschreiben.

Mit einem besseren Gefühl im Magen, macht er sich auf zum Aufenthaltsraum, wo sich alle Arbeiter umziehen. Als er den Raum betritt ist der Rest der Belegschaft schon da und er spürt das ihn alle anstarren. Schlagartig ist das flaue Gefühl im Bauch wieder da. Einige Sekunden herrscht Stille, bis Markus mit einem Grinsen im Gesicht sagt, „Hier ist aber nicht der Damenumkleideraum.“
Lars weiß nicht was er darauf erwidern soll. Es ist Natascha die die Führung im Geiste übernimmt und ihn sagen lässt: „Dann bin ich hier richtig, ich bin keine Dame.“ Lars legt eine Hand in seinen Schritt und meint: „Als ich heute morgen geduscht habe, war noch alles an seinem Platz.“ Er macht Anstalten seine Hose zu öffnen, „Ich kann es euch zeigen, wenn ihr wollt.“ Auch Lars grinst nun. Markus winkt ab, „Lieber nicht.“

Weil die Zeit unerbittlich vorrückt, beeilen sich alle mit dem Anziehen ihrer Arbeitskleidung und als die Sirene vom Sägewerk zur Arbeit ruft, strömen alle aus dem Aufenthaltsraum. Lars macht sich auf den Weg zu seinem Arbeitsplatz.
„Mit dem Hintern zu wackeln kannst du schon ganz gut“, ruft Markus ihm hinterher.
Lars will ihm erst den Stinkefinger zeigen, entscheidet sich jedoch anders. Er dreht sich zu Markus um und ruft zurück, „Dankeschön, ich habe auch lange dafür geübt.“

Wieder winkt Markus ab und geht zu seiner Arbeitsstelle. Lars entert die Treppe zu seinem Kran hinauf und befindet sich gleich darauf in der Abgeschiedenheit der Führerkabine. Er sieht sofort das hier jemand anderes tätig war und ordnet die Einrichtung so an, wie er es kennt. Da die Bedienung des Förderkorbs recht einfach ist, hat er viel Zeit zum Nachdenken. Bis jetzt lief alles ganz gut und er überlegt, was auf ihn in der Frühstückspause zukommen mag. Er kommt zu dem Schluss, dass er die Initiative ergreifen muss. Er muss agieren, nicht reagieren. Markus Bemerkung hatte ihm gezeigt, dass zumindest jener das Bild in der Zeitung gesehen haben muss und somit auch die anderen davon wissen. Lars nimmt sich vor beim Frühstück in die Offensive zu gehen. Ungeduldig wartet er, bis endlich die Sirene ertönt und die Pause einläutet. Er wartet noch etwas, will es so einrichtet, dass er als letzter den Aufenthaltsraum betritt.

Als er die Tür öffnet sitzen tatsächlich schon alle Kollegen an ihren angestammten Plätzen. Lars geht zu seinem Stuhl, jetzt sich jedoch nicht hin. Er holt tief Luft, schaut in die Runde und sagt mit einem leichten zittern in der Stimme: „Ich nehme an, dass alle das Foto von mir in der Zeitung gesehen haben.“ Die Kollegen schweigen, sehen ihn nur an.
„Dachte ich mir“, sagt Lars. Wieder holt er tief Luft und wendet sich erneut an die Kollegen, „Unser Chef hat es auch gesehen. Er sagte es mir, als ich ihn gestern morgen angerufen habe und wisst ihr was er noch sagte?“
Wieder Schweigen.

„Er sagte“, fährt Lars fort, „dass das was ich in der Freizeit mache, meine Sache sei und er sich nicht dafür interessiere, da er sich nicht in mein Privatleben einmischen will. Und wisst ihr, was er erwartet?“
Die Kollegen schweigen, schauen ihn aber neugierig an.
„Der Chef sagte, dass er das auch von seinen Arbeitern erwarte.“ Das hatte der zwar nicht wörtlich gesagt, Lars glaubt aber, dass sein Chef so denkt.
Lars wird sicherer, seine Stimme wird fester. „Das Bild sollte nie in die Zeitung kommen. Es ist wahrscheinlich dort gelandet, weil sich jemand an mir rächen wollte.“
Einer seiner Kollegen hebt die Hand. Lars muss ein Lächeln unterdrücken, als er auffordernd, „Ja?“, sagt.

„Warum hast du dich überhaupt so angezogen und dann auch noch fotografieren lasen?“
„Um sich daran aufzugeilen“, mischt sich Markus ein.
Lars schüttelt den Kopf, „Es mag Männer geben, die sich einen Rock anziehen und sich dann einen runterholen. Bei mir ist das anders.“
„Inwiefern?“, fragt ein andere Kollege.
Lars schaut wieder in die Runde, es klappt, denkt er bei sich und beantwortet die Frage: „Ich fühle mich wohl, wenn ich das trage. Ich kann Schuhe mit hohen Absätzen trage, die mich einige Zentimeter größer machen und ich finde mehr Beachtung, wenn ich so angezogen irgendwo hingehe.“

„Und du willst Kerle abschleppen“, kommt es von Markus.
„Wie kommst du darauf?“
„Du warst in einer Schwulenbar. Steht unter dem Bild.“
„Es war eine Schwulen- und Lesbenbar“, stellt Lars richtig. Auf dem Foto ist auch Miriam zu sehen, sie ist meine Freundin.“ Lars lächelt, als er sagt, „Das Foto zeigt eigentlich zwei Lesben.“
„Aber der Typ, der dort auch zu sehen ist, der ist schwul“, Markus lässt nicht locker.
„Es ist ein Freund. Viele Frauen mögen schwule Freunde.“
„Das stimmt“, hört Lars einen Kollegen sagen.

Er wendet sich wieder an alle, „Ich stehe nicht auf Kerle, ihr braucht also keine Angst zu haben. Ich will nichts von euch. Ich träume Nachts nicht davon, mich mit Lothar im Bett herumzuwälzen und ich habe auch nicht das Bedürfnis mit Markus Hand in Hand im Mondlicht zu spazieren.“
Einige Kollegen lachen, Lars wertet das als gutes Zeichen. Er nimmt nun auch Platz, greift sich seine Brotdose und meint, „Jetzt will ich mir noch schnell eine Stulle reinschieben, bevor die Pause vorbei ist.“ Doch kaum hat er den ersten Bissen im Mund ertönt schon die Sirene. Lars verdrückt den Rest des Brotes in der Kabine des Krans. Es ist eigentlich nicht erlaubt hier zu essen, aber es ist ja nur eine Ausnahme. Lars ist zufrieden mit sich, er hat seine Sache gut gemacht, es kamen noch nicht mal dumme Sprüche.

Am Freitag endet der Arbeitstag schon um vierzehn Uhr. Zum Feierabend sind wieder alle im Aufenthaltsraum, um sich zu waschen und umzuziehen.
Markus hält inne, schaut Lars an und sagt: „Ich habe mich mit den anderen unterhalten, sie sind alle der Meinung dass es deine Sache ist was du in deiner Freizeit tust.“
Lars würde am liebsten diese typische Geste für einen errungenen Sieg machen. Die Faust ballen, den angewinkelten Arm ruckartig nach hinten ziehen und laut „Ja!“ rufen. Er unterlässt es, er spürt, dass noch etwas kommt.

„Ich bin zwar auch dieser Meinung, ich möchte aber nicht, dass du mir in die Quere kommst, wenn du“, er zögert etwas, „wenn du so angezogen bist, wie auf dem Bild“, vollendet er den Satz.
Lars lächelt als er erwidert: „Hast du Angst, dass ich deinem männlichen Charme erliege?“ Als sich Markus Augen zusammen ziehen, fügt er schnell hinzu, „Ich glaube nicht, dass sich unsere Wege kreuzen. Das haben sie vorher nicht getan, warum sollte es nun anders sein.“
Lars fährt fort, „Selbst wenn es geschehen sollte, und wir uns treffen, was ist schon dabei? Ich will nichts von dir. Ich glaube sogar, dass deine Gunst in der Damenwelt steigen würde, wenn du so eine wie mich kennst und akzeptierst. Frauen finden Typen wie mich interessant.“
„Meinst du?“, fragt Markus nachdenklich und gibt sich selber die Antwort, „Kann schon sein, aber lege es nicht darauf an, Okay?“

„Alles klar“, sagt Lars zackig und legt eine Hand an den Kopf, macht etwas, von dem er meint, dass es ein militärischer Gruß ist.
Markus, der anscheinend beim Bund war, nickt und sagt im Befehlston, „In Ordnung, weggetreten!“
Nach diese Szene beeilen sich alle schnell in den Feierabend zu kommen, nur Lothar lässt sich Zeit. So kommt es, dass er und Lars alleine über den Platz zum Parkplatz gehen, wo Miriam sicher schon wartet.
„Das hast du wirklich gut gemacht“, lobt Lothar. Er lächelt, als er sagt: „Du siehst auf dem Bild echt süß aus.“
„Danke“, erwidert Lars, „auf einer Art bin ich froh, dass es nun raus ist.“
„Das kann ich mir gut vorstellen. Ich habe einen riesigen Schreck bekommen, als du das gesagt hast, dass mit dem im Bett herumwälzen. Ich dachte schon, du würdest den anderen von mir erzählen. Es ist schwer mit einem Geheimnis zu leben.“ Lothar bleibt stehen, hält Lars am Arm fest und sagt leise fast unhörbar: „Ich habe schon davon geträumt mit dir ins Bett zu gehen.“
Lars lächelt, „Ist schon okay. Die Gedanken sind frei, aber ich stehe nun mal nicht auf Kerle.“
Lothar seufzt, „Leider.“

Sie setzen ihren Weg fort. Miriam ist wirklich schon da, wartet auf Lars. Als er zu ihr ins Auto steigt, schaut sie ihn mitfühlend an und fragt: „War es schwer?“
Lars beugt sich zu ihr hin, gibt ihr einen Kuss und berichtet in kurzen Worten, was geschehen ist. zu Hause will Miriam alle noch mal hören. Lars soll keine Kleinigkeit auslassen. Er tut ihr den gefallen, wohl wissend, dass er es später, wenn der Rest der Familie anwesend war, alles nochmal wiederholen musste. Miriam ist sichtlich erleichtert, dass alles so gut abgelaufen war. Sie hatte den ganzen Tag damit gerechnet, dass jeden Augenblick das Telefon klingeln würde und sie ihren Freund abholen müsse. Sie hielt ihn im Arm, fast so, als wolle sie ihn nie wieder los lassen. Als sein Handy klingelt, gibt sie ihn doch wieder frei. Er geht ran und lauscht in den Hörer. Monika ist am anderen Ende und sagt ihm, das sie beide nachher zum ihm kommen wollen, um einige Dinge vorbei zu bringen.

Lars ist davon gar nicht erbaut, eigentlich wollte er sich gleich wieder in Natascha verwandeln und den Rest des Tages genießen. Es sagt es Miriam. Die versucht ihn damit zu trösten, dass noch das ganze Wochenende vor ihnen stünde. Es dauert eine Weile, bis es beiden bewusst wird, dass Natascha nicht nur an den Wochenenden präsent sein kann, sondern auch an den Tagen dazwischen. Ausnahme wären nur solche Moment, wie dieser, wo sich Besuch angemeldet habe. Miriam meint zum Spaß, dass es Lars auf Dauer langweilig werden würde, als Natascha herumzulaufen. Doch Lars geht nicht auf den Spaß, er sagt mit vollem Ernst, dass es so weit nie kommen wird, eher würde es Natascha überdrüssig werden Lars hervor kommen zu lassen.

Miriam schaut in seine dunklen Augen und erkennt, dass es nicht Lars ist, der diese Worte spricht, sondern Natascha und sie glaubt ihr. Miriam fragt sich in diesem Moment, wie sie reagieren würde, wenn es wirklich so wäre, das Lars wirklich zu Natascha, zu einer Frau werden würde. Sie mag doch beide.
Ihre Gedanken werden unterbrochen, als Lars Handy erneut klingelt. Diesmal ist es Yus der anruft und wissen will, wie der Tag gelaufen sei. Lars stellt das Handy auf laut und berichtet erneut, wie er die Situation gemeistert hat. Yus klatscht Applaus und Sasa und Fab, welche ebenfalls mitgehört haben, tun es ihm gleich, beglückwünschen Lars. Danach taucht die Frage auf, ob sie sich am Wochenende treffen wollen. Lars schaut Miriam an, die schüttelt den Kopf und so sagt Lars den anderen, dass er das Wochenende lieber zu Hause bliebe. Die anderen verstehen es. Sie unterhalten sich noch eine Weile, dann legt Lars auf. Er schaut seine Freundin wieder fragend an, warum wollte sie am Wochenende nicht weg. Miriam erklärt, das sie Angst habe, dass dieser Justin noch andere Gemeinheiten geplant haben könnte oder er unzufrieden darüber ist, dass sein ursprünglicher Plan nicht gefruchtet hat und er sich etwas niederträchtiges anderes überlegt. Daran hatte Lars nicht gedacht.

Er ist froh Miriam an seiner Seite zu haben und sagt es ihr auch. Die beiden nehmen sich wieder in den Arm und Miriam sagt, dass sie immer auf ihn aufpassen würde und auch auf Natascha. Eine Zeitlang bleiben sie nebeneinander sitzen, bis Miriam auf die Uhr sieht und anfängt die Wohnung etwas aufzuräumen. Nicht das es großartig durcheinander wäre, aber immerhin würde Lars Mutter zu Besuch kommen und da will sie sich von ihrer besten Seite zeigen. Lars hilft beim Aufräumen bis er von seiner Freundin ins Bad gescheucht wird, um sich etwas frisch zu machen und sich vernünftig anzuziehen.

Sie sind kaum mit allem fertig, als es an der Tür klingelt. Miriam geht zur Wohnungstür, öffnet sie und drückt gleichzeitig auf den Summer um die untere Tür ebenfalls zu öffnen. Unten stehen Monika und Lars Mutter, schauen hinauf. Miriam winkt ihnen zu, bittet sie herauf. Die beiden steigen die Treppe hinauf, beiden sind mit Taschen beladen die sie in der Wohnung absetzen. Lars Mutter geht danach auf ihren Sohn los, nimmt ihn in die Arme und drückt ihn fest an sich. Sie nimmt dann etwas Abstand, schaut Lars an und fragt, wie es ihm geht und wie sein Tag war, wie es bei der Arbeit gelaufen ist. Lars sagt ihr, das es ihm gut gehe und er bei der Arbeit alles in Ordnung gebracht habe.

Die vier nehmen Platz und Lars muss erneut berichten, wie er sich für den Zeitungsartikel bei seinen Kollegen gerechtfertigt hat. Er bekommt langsam richtig Übung darin. Mutter und Tochter hören gebannt zu. Vom unten ist in diesem Moment zu hören, dass der Rest der Familie nach Hause kommt. Lars seufzt, er wird gleich alles noch mal erklären müssen. Vorerst ist er davon jedoch erlöst. Seine Mutter zeigt auf die Taschen die sie mitgebracht haben, sie sagt ihm, das dort Unterlagen, Zeugnisse, Urkunden und ähnliches drin seien. Unten im Auto gebe es noch ein Paar Kartons mit Kleidung und anderen persönlichen Gegenständen. Seine Mutter sagt, dass sie den Computer von ihm noch nicht abgebaut hätten, da sie sich dort nicht so richtig trauen würden die Kabel und alles andere abzubauen. Lars überlegt kurz, ob er den PC überhaupt braucht. Hier kann er Miriams Notebook benutzen, was soll hier noch ein Computer herumstehen. Gönnerhaft sagt er, dass Monika das Gerät haben kann, wenn sie es möchte. Monika möchte, das Gerät, welches sie jetzt nutzt, ist nicht mehr auf dem Stand der Technik.
Seine Mutter seufzt. „Du wirst nicht zurückkommen?“, fragt sie leise.

Lars schüttelt den Kopf.
Man sieht, das Lars Mutter gerne noch mehr sagen möchte, sie schaut zu ihrer Tochter hin, die versteht den Blick.
Monika steht auf, sieht Miriam an und sagt: „Wir können ja schon mal die Kartons aus dem Auto holen.“
Die beiden rauschen ab, Mutter und Sohn bleiben alleine zurück.
„Ich konnte noch nicht mit deinem Vater reden“, sagt Lars Mutter, „er blockt alles ab.“ Sie sieht ihren Sohn an, „Wie wäre es denn, wenn er sich bei dir entschuldigt, könntest du dann wieder zu uns kommen?“
Lars holt tief Luft und erwidert: „Papa wird sich nicht entschuldigen und selbst wenn, es würde nicht gehen.“
„Warum nicht?“

„Ich war nie der Sohn, den er sich gewünscht hat und jetzt bin ich das noch weniger. Ich könnte mir vorstellen, dass er in mir etwas abnormales sieht.“
„Du bist doch sein Sohn.“
Lars schüttelt den Kopf, „Nein, er wird immer das Bild aus der Zeitung vor Augen haben.“ Er beugt sich vor und schaut seine Mutter in die Augen, „Ich werde Natascha nicht aufgeben. Ich könnte mich in seiner Nähe nicht entfalten. Was glaubst du, würde er sagen, wenn ich mir Röcke oder Kleider im Internet bestelle und sie in meinen Schrank hänge, wenn Schminksachen von Natascha im Bad stehen oder ihre Unterwäsche auf der Leine zum trocknen hängt. Ich müsste Natascha in seiner Nähe immer wieder zurückdrängen und auf Dauer würde mich das bestimmt krank machen.“
„Wenn du so sprichst, dann hört es sich fast so an, als würdest du an einer gespaltenen Persönlichkeit leiden“, sagt Lars Mutter.

Lars lächelt, „Eine Zeit lang, habe ich das selber gedacht, aber Natascha und ich, das sind zwei Seiten der selben Medaille, wie Ying und Yang. Es legt mir fern ganz zur Frau zu werden, aber ich bin auch kein hundertprozentiger Mann. Ich fühle mich gut, wenn ich Natascha bin, aber es gibt auch Augenblicke, da bin ich froh ein Mann zu sein. Ich kann es nicht erklären, aber Natascha gehört zu meinem Leben.“
Seine Mutter schaut ihn an, sagt aber nichts.

Lars redet weiter, „Als ich mit Miriam zusammen kam, da war es wie eine Offenbarung für mich, sie hat etwas in mir geweckt, dass ich vorher nicht kannte. Ich konnte Gefühle zeigen und empfinden, von denen ich nicht wusste, dass es sie überhaupt gab. Natascha ist pfiffiger als ich, sie denkt schneller und kann sich besser ausdrücken. Ich weiß, dass das verrückt klingt. Lars ist Natascha und Natascha ist Lars, wir sind eins und doch war es wie eine Befreiung für mich, als sie sich in mir manifestierte. Sie war der Teil, der mir immer fehlte.“
Lars saß die ganze Zeit seiner Mutter gegenüber, jetzt steht er auf und setzt sie neben sie, nimmt sie in den Arm und legt seien Kopf auf ihre Schulter. „Ich kann schwach sein und ich kann weinen, ohne mich dafür schämen zu müssen“, sagt er sanft.

Er seufzt leise, „Papa wird das nie verstehen.“
Auch seine Mutter seufzt. Sie genießt die Nähe zu ihrem Sohn, aber er hat recht, ihr Mann würde es nicht verstehen und eine Entschuldigung von ihm würde ebenfalls nichts bringen, auch da hat ihr Sohn recht. Es gibt Natascha und sie ist nicht wegzudiskutieren. Sie streicht ihrem Sohn über das Haar und lässt ihren Gefühlen und ihren Tränen freien Lauf, sie spürt das es Lars genauso geht. Sie weiß, dass ihr Mann eine solche Szene verabscheuen und seinen Sohn als Memme bezeichnen würde. Die Tränenflut steigert sich noch bei dieser Erkenntnis. Es führt kein Weg zurück.
Einige Minuten bleiben sie so sitzen, spüren das ihre Tränen weniger werden. Sie sammeln sich etwas.

Lars Mutter fragt, wo das Bad ist, sie möchte sich etwas frisch machen. er zeigt ihr nicht nur den Weg, sondern geht mit ihr, um sich ebenfalls frisch zu machen. Lars fährt sich mit einem feuchten Waschlappen übers Gesicht, während seine Mutter sich vorsichtig die Augen trocken tupft. Lars lächelt. Männer haben es einfacher. Er gibt seiner Mutter ein paar Kosmetiktücher in die Hand und zeigt ihr welches Make Up sie benutzen kann, um sich etwas herzurichten. Er beobachtet sie, während er seine Haare bürstet, bis sie glänzen. Zum Schluss wirft er einen prüfenden Blick in den Spiegel. Seine Mutter, die ihn ihrerseits auch beobachtet hat, wird klar, es dass es Natascha ist, die mit ihr im Bad steht, denn dieser prüfende Blick in den Spiegel war typisch weiblich. Auch sie wirft nun diesen prüfenden Blick in den Spiegel, fixiert dabei ihren Sohn und sagt, „Ich möchte Natascha bald mal kennenlernen, aber nicht heute und nicht in der nächsten Woche. Ich werde dir sagen, wenn ich dazu bereit bin.“

Lars nickt, er tritt ganz nah an seine Mutter heran und haucht einen Kuss auf ihre Wange, „Danke Mama“, flüstert er dabei.
Lars Mutter berührt mit den Fingerspitzen die Stelle, an der ihr Sohn sie geküsst hat. Sie kennt das nicht von ihm. Sanft streicht sie ihm eine Strähne seines Haares aus dem Gesicht. „Schon gut mein Schatz“, sagt sie ebenso leise wie er.
Sie blickt auf ihre Armbanduhr.
„Müsst ihr gleich los?“, fragt Lars.
„Nein, wir haben Zeit, ich frage mich nur wo die Mädchen bleiben. Solange kann es doch nicht dauern, ein paar Kartons aus dem Auto zu holen.“

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