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Natascha 17




Die zurückbleibenden schauen dem Auto lange nach. Lars Mutter ist untröstlich, was ist nur geschehen? Monika zieht sie in die Wohnung zurück. In der Küche drückt sie ihre Mutter auf einen Stuhl und setzt sich ihr gegenüber, nimmt ihre Hand.
Sie versucht zu trösten, sagt: „Er ist doch nicht weit weg, wir können ihn besuchen und anrufen.“
Lars Mutter hört gar nicht richtig zu, es ging alles so schnell und alles nur wegen dieses Bildes. Sie zeigt auf die Zeitung die immer noch auf dem Tisch liegt.

„Warum?“, fragt sie.
Monika versucht es ihr zu erklären, für sie ist das auch noch recht neu. Erst vor ein paar Tagen hat sie ihren Bruder als Natascha kennengelernt. Sie erzählt das, was ihr Lars auch erzählt hat. Lars Mutter hört schweigend zu, es kommen ihr jedoch immer wieder die Tränen. Ihr wird erst jetzt bewusst, wie sehr die Seele ihres Jungen gelitten haben muss, da er es seinem Vater nicht recht machen konnte. Sie muss selber zugeben, dass auch sie nicht darüber nachgedacht hatte. Es ist nicht nur die Schuld ihres Mannes. Sie hatte einfach gedacht, dass es dazu gehört, das ein Junge auch mal hart gefasst wird. Ihr Mann hat Lars nie geschlagen, war aber häufig kurz davor und meist sehr barsch mit seinem Sohn. Rückblickend fallen ihr eine Menge Gegebenheiten ein, bei der sie selber dachte, das ihr Sohn zu weich für diese Welt war.

Die beiden hören das Lars Vater wiederkommt. Er wirft einen Blick in die Küche und wird sofort von seiner Frau angeblafft. „Lars ist fort, das hast du prima hinbekommen.“
Lars Vater zuckt nur mit den Schultern. Er kommt ganz in die Küche, greift sich die Zeitung und wirft sie in den Mülleimer. „Damit ist die Sache für mich erledigt.“
„Erledigt?“, ruft seine Frau. „Erledigt!“, wiederholt sie noch mal, noch lauter. „Unser Sohn ist fort und du hast nichts mehr dazu zu sagen?“
Lars Vater wirft einen Blick zum Mülleimer und sagt: „Das ist nicht mein Sohn.“

Er wendet sich der Tür zu und sagt: „Die Sache ist für mich abgehakt und ich will kein Wort mehr darüber hören.“ Damit geht er ins Wohnzimmer. Monika und ihre Mutter hören wie der Fernseher eingeschaltet wird und schauen sich stumm an. Nach einer Weile steht Monika auf und holt die Zeitung aus dem Müll. Sie glättet sie und legt sie vor ihrer Mutter auf den Tisch. Sie zeigt auf das Bild und meint: „Man sieht wie glücklich er in diesem Moment ist.“ Sie seufzt, „Papa wird das nie akzeptieren.“ Sie schaut ihre Mutter an, „Tust du es?“

Lars Mutter zuckt mit den Achseln, es kommt alles zu schnell. Zu viel prasselt auf sie ein. Sie schaut sich das Foto an, ihr Sohn sieht dort wirklich sehr glücklich aus. Sie zeigt auf den jungen Mann neben ihm und fragt: „Ist das sein Freund?“ Monika sieht wie schwer es ihrer Mutter fällt diese Frage zu stellen.
Sie schüttelt den Kopf, sagt: „Es ist ein Freund, aber nicht so, wie du es meinst.“
„Es sieht aber so aus.“
Monika versucht es ihrer Mutter zu erklären. Sie sagt, dass Lars auf dem Bild nicht Lars sei, sondern Natascha. Der andere Mann hieße Yus, er sei schwul und er habe sich etwas in Lars verguckt. Lars steht aber nicht auf Männer, er sei fest mit Miriam zusammen. Miriam mag Natascha, kann das in der Öffentlichkeit nicht zeigen, darum stehe sie auch etwas abseits, während Natascha Mitleid mit Yus habe und sie sich darum ihm gegenüber nicht abweisend verhält. Es ist aber nichts sexuelles zwischen den beiden, meint Monika zum Schluss.

„Hast du Natascha denn schon kennengelernt?“, die Frage kommt Lars Mutter komisch vor, doch Monika nickt, „Ja habe ich und ich glaube, dass du sie mögen würdest, sie ist ganz anders als Lars.“
„Ich weiß nicht, es würde mir komisch vorkommen ihn so zu sehen.“
Sie werden von Monikas Handy unterbrochen, welches sich meldet. Es ist Marianne, Miriams Mutter, die Anruft und wissen will, was geschehen ist. Lars Mutter bricht wieder in Tränen aus, als sie mit Marianne spricht. Sie erzählt ihr, was geschehen ist und warum ihr Junge nun bei Miriam ist. Marianne gibt ihr das Versprechen, dass sie sich gut um Lars kümmern wird und meint, dass sie vielleicht alles wieder einrenkt, wenn erst einmal etwas Zeit verstrichen ist und alle sich wieder beruhigt haben.

*

Daran glaubt Lars im Moment nicht. Er sitzt in Nickis Wohnzimmer. Miriam ist an seiner Seite und alle überlegen was zu tun ist und wie es soweit kommen konnte. Nicki fragt, warum Lars und Miriam überhaupt zugelassen haben, dass die Bilder gemacht wurden. er fragt es in einem recht strengen Ton, entschuldigt sich gleich darauf dafür. Weder Lars noch Miriam haben etwas verbotenes getan. Sie wollten nur etwas erleben. Lars erzählt, dass der Typ, der die Fotos gemacht hat, ihnen hoch und heilig versicherte, dass die Bilder nicht an die Öffentlichkeit kämen, sondern nur in einer Zeitschrift abgelichtet werden sollten, wenn überhaupt. Irgendwie müssen die Bilder aber der Zeitung zugespielt worden sein, von wem auch immer und es sind ihre realen Namen genannt worden.

Nun, für Miriams Familie ist das kein großes Ding, für Lars jedoch und auch für Yusuf könnte das unangenehme Folgen. Besser gesagt, die unangenehmen Folgen sind für Lars schon eingetreten. Sein Vater hat ihn praktisch aus dem Haus geworfen. Lars sieht bei dieser Erkenntnis sehr betrübt aus. Miriam drückt ihn fest an sich und sagt, das er bis auf weiteres bei ihr bleiben kann, alles andere würde sich schon finden. Sie wies noch mal darauf hin, dass weder sie, noch Lars, noch Yusuf etwas verbotenes oder ungehöriges getan hätten und das Lars Vater ein intoleranter Spießer sei, der etwas gegen schwule und lesben hat, eigentlich gegen alles, was in seinen Augen nicht normal ist.

Lars schläft in dieser Nacht schlecht und ist am nächsten Morgen dementsprechend gerädert. Er wird zwar von Miriam geweckt, fühlt sich aber nicht in der Lage zur Arbeit zu gehen, er würde den Tag nicht überstehen. Es wird daher beschlossen, dass Lars zu Hause bleibt und Miriam nur den halben Tag arbeitet, so das Lars nicht solange alleine ist. Er soll nicht auf dumme Gedanken kommen und sich vielleicht etwas antun. Das liegt Lars natürlich völlig fern. Warum sollte er Suizidgedanken hegen. Er braucht seinem Vater nur aus dem Wege zu gehen, dass ist alles. Er beugt sich aber dem Familienrat. Er ist im Moment wirklich nicht gerne alleine.

Als alle aus dem Haus sind, ruft er bei seiner Firma an und sagt, dass es ihm nicht so gut gehe und er heute nicht zur Arbeit käme. Sein Chef, mit dem er gerade spricht, überrascht ihn mit der Frage, ob sein Unwohlsein etwas mit dem Bild in der Zeitung zu tun habe, die heute morgen im Posteingang der Firma lag. Lars fragt vorsichtig welches Bild sein Chef meint.
Leises Gelächter tönt aus dem Hörer, als sein Boss sagt: „Nun, du bist nicht gleich auf dem Foto zu erkennen, aber es steht dein Name darunter und wenn man dann genau hinschaut, dann sieht man, dass du es wirklich bist.“

Lars schweigt eine Weile, wie wird sein Chef reagieren. Er fasst sich ein Herz und erzählt was gestern geschehen ist und das er wirklich wegen des Bildes heute nicht zur Arbeit kommen könne, da er die ganze Nacht nicht geschlafen habe.
„Nun“, sagt sein Chef ernst, „ich weiß nicht wie ich reagiert hätte, wenn du mein Sohn wärst. Aber wahrscheinlich nicht so wie dein Vater.“ Er holt Luft, „Wie auch immer, ich bin der Meinung was du im Privatleben anstellst ist alleine deine Sache.“ Er gibt noch zu bedenken, „Es scheint dich jemand auf dem Kicker zu haben, sonst wären die Zeitungen nicht bei deinem Vater und bei uns und womöglich noch an anderen Stellen gelandet.“

Lars antwortet nicht, er überlegt wer etwas gegen ihn haben könne, ihm fällt niemand ein.
„Hör mal zu“, tönt es nun aus dem Telefonhörer, „für heute bist du entschuldigt, ich gebe dir einen Tag Urlaub. Morgen solltest du aber fähig sein zu arbeiten.“
Lars will etwas sagen, wird jedoch unterbrochen.
„Ich weiß was du für bedenken hast, aber du musst dich dem stellen. Die Zeitung wird bestimmt die Runde gemacht haben und es werden sicher dumme Sprüche kommen. Wenn es aber zu übergriffen kommt, dann verlange ich von dir, dass du das bei mir meldest. Ich dulde so etwas nicht und Lars, bitte verstehe mich, wenn es deswegen zu Unruhen im Betrieb kommt, dann muss ich die Konsequenz daraus ziehen und überlegen, ob es nicht besser ist, das du den Betrieb verlässt.“
Lars beginnt zu weinen. Sein Chef versucht ihn damit zu beruhigen, dass dies das letzte Mittel wäre und er ihn als Mitarbeiter sehr schätzen würde und er ihn ungern verliert.

Lars helfen diese Worte. Seine Tränen versiegen, er versucht sogar einen kleinen Spaß, als er meint, das er sich der Sache als ganzer Mann stellen will. Sein Chef überrascht ihn erneut und zwar mit der Bemerkung, dass Lars auf dem Foto nicht gerade sehr männlich wirke, er aber recht hübsch anzusehen sei. Lars kann darauf nur ein Dankeschön stottern, als ihm klar wird, dass sein Boss ihm ein Kompliment gemacht hat.
Nachdem er das Telefonat beendet hat, überlegt er was er machen soll. Da er sehr müde ist, legt er sich hin und versucht etwas Schlaf nachzuholen. Es gelingt ihm nicht. Zu viel geht ihm im Kopf herum. Wie wird es morgen bei der Arbeit sein? Wird ihm gekündigt werden? Wie kamen die Bilder in die Zeitung?

Lars überlegt, ob man den Fotografen ausfindig machen könnte? So viele Fragen. Es summt fast in seinem Kopf. Lars krabbelt unter das Bett, holt die Schatulle hervor, die Miriam dort verwahrt und öffnet sie. Der Klopfer liegt zu oberst in dem Kästchen. Lars schaut ihn ein paar Minuten an, horcht dabei angestrengt in sich hinein. Doch der Klopfer meldet sich nicht, hat keine Antworten. Lars seufzt und verstaut alles wieder unter das Bett. Nachdenklich steht er danach im Schlafzimmer. Wie soll es nur weitergehen? Er gibt sich einen Ruck, erst mal ausgiebig duschen und dann einen Kaffee machen. Miriam wird sicher auch bald kommen, dann können sie zusammen besprechen wie es weitergehen soll.

Es ist Natascha, die aus dem Bad kommt. Sie hat versucht etwas Make Up aufzulegen und eine passable Frisur hinzubekommen. Nun steht sie vor dem Schrank und überlegt, was sie anziehen könnte. Auf alle Fälle etwas bequemes. Die Verwandlung zu Natascha kam ganz spontan. Lars wünschte sich eben noch weit weg, am besten auf eine einsame Insel, da kam ihm die Erkenntnis, dass es für ihn ein zweites Ego gibt und er so für Abstand sorgen können und schon trat Natascha in den Vordergrund und sie glaubte auch gleich zu wissen, wer für diese ganze Malesche verantwortlich sei.

Es kann nur diese Tunte Justin sein. Fertig angezogen und mit einer dampfenden Tasse Kaffee vor sich, denkt Natascha über alles nach. Justin! Es könnte stimmen das dies seine Rache dafür ist, dass er vor einigen Wochen mit Natascha aneinander geraten war. Darum hatte der Typ am Wochenende auch so höhnisch gegrinst. Natascha runzelt die Stirn, wie auch immer, nun war es nun mal raus. Sie wurde geoutet. Es war klar das ihr Vater so reagierte. Damit konnte sie aber Leben. Nein konnte sie nicht, es macht sie traurig. Eltern sollten für ihre Kinder da sein. Sie seufzt, es kann nun mal keiner aus seiner Haut, sie nicht, ihr Vater nicht, keiner.

Man kann nur versuchen das Beste daraus zu machen. Wieder seufzt sie. Sie fühlt sich wie jemand der ins kalte Wasser gestoßen wurde und nun das Schwimmen lernen muss. Wichtig ist, sie hat eine Freundin die zu ihr hält. Monika ist auch auf ihrer Seite. Bei ihrer Mutter ist sie sich noch nicht so sicher. Bei Miriams Familie hat sie hingegen keine Bedenken. Sie kann hier wohnen, dass hatte Miriam gestern gesagt. Für Natascha ist klar, dass sie dafür Zahlt. Einen Augenblick wird sie von einem warmen Gefühl durchströmt, sie ist nun jeden Tag mit Miriam zusammen. Der morgige Tag sieht auch nicht mehr so düster aus.

Was kann schon großartig passieren? Ein paar dumme Sprüche vielleicht. Es wird ihr schon keiner in einer dunklen Ecke auflauern um sie zusammen zu schlagen. Ein leichtes Grinsen stiehlt sich auf ihr Gesicht, als sie an den Monteur denkt, der damals den Rütteltisch repariert hatte und ganz versessen auf Lars war. Wenn der Wind von der Sache bekommt, hat sie einen Verehrer. Die Bemerkung ihres Chefs, dass sie ganz hübsch anzusehen sei, geht ihr durch den Kopf. Ob er es ehrlich meinte? Sie legt wieder die Stirn in Falten, warum sollte er lügen? Viele ältere Männer schauen gern zu jungen Frauen hin und bei ihr war es ja nicht gleich ersichtlich, dass dort keine richtige Frau abgebildet war. Sie schaut zur Uhr, wann mag Miriam wohl nach Hause kommen? Am Morgen hatte sie nicht gefrühstückt, darum machte sie sich nun einen Toast um etwas im Magen zu haben, wenn sie den nächsten Anruf tätigt.

Sie nimmt das Telefon und wählt eine Nummer, es tutet, dann ein Knacken.
„Feldmann.“
Natascha schluckt, als sie die Stimme ihrer Mutter hört. „Hallo Mama“, sagt sie.
Ein Moment herrscht Stille, dann, „Lars, mein Junge, wie geht es dir?“
Natascha hört, dass ihre Mutter ein Schluchzen unterdrückt. „Es geht mir gut“, sagt sie mit fester Stimme, „ich habe nur schlecht geschlafen.“
„Ich auch. Ich hab eigentlich gar nicht geschlafen. Monika und ich, wir haben uns gestern noch lange unterhalten. Ich habe es nicht gewusst mein Kind.“
„Was gewusst?“

„Wie sehr du unter deinem Vater gelitten haben musst, ich … ich … “, ihrer Mutter versagt die Stimme.
„Bitte Mama, weine nicht, es geht mich doch gut.“
„Aber die ganzen Jahre, mein armes Kind.“
„Hat Papa noch etwas gesagt?“
Nataschas Mutter schweigt einen Moment, sammelt sich bevor sie mit unterdrückten Zorn sagt: „Er will nichts mehr darüber hören, für ihn ist die Sache abgehakt.“ Sie will noch mehr sagen, unterlässt es aber.
„Wahrscheinlich bin ich für ihn gestorben“, Natascha sagt das, was ihre Mutter nicht aussprechen wollte.

Sie spricht weiter, „Ich kann ihn verstehen. Ich war nie der Sohn, den er gerne gehabt hätte und nun bin ich in seinen Augen auch noch eine Tunte.“
Beide schweigen einen Augenblick, hören nur das Rauschen im Telefonhörer. Schließlich fragt Nataschas Mutter, „Warum hast du dich so fotografieren lassen?“
„Es war auf einer Party, es sind dort viele Fotos gemacht worden, sie sollten in einer Zeitschrift veröffentlicht werden und nicht in der Zeitung.“
„Sie waren aber in der Zeitung“, Nataschas Mutter klingt nun etwas verärgert.
„Ich habe nicht schlimmes angestellt. Ich habe weder eine Bank ausgeraubt oder jemanden umgebracht, es war nur ein Bild in einer Zeitung.“
„Aber was für ein Bild!“

„Auf der Party waren viele Jungs so angezogen wie ich, es ist kein Verbrechen das zu tun“, sagt Natascha spitz.
Wieder schweigen beide. Die Stille dauert so lange, dass Natascha meint: „Vielleicht ist es besser, wenn ich auflege und mich in ein paar Tagen wieder melde.“
„Nein! Bitte nicht, bitte lege nicht auf. Ich werde versuchen es zu verstehen und dich nicht verurteilen. Es ist nur … Es ist alles so schnell gekommen. Ich muss das verarbeiten.“
„Ich habe dich lieb, Mama und ich habe auch Papa lieb, obwohl er immer so hart zu mir war.“ Natascha beginnt leise zu weinen, alle Härte fällt von ihr ab. Auch ihre Mutter kann die Tränen nun nicht zurückhalten. „Ich habe dich auch lieb.“

Beide lassen ihren Gefühlen freien Lauf und fühlen sich danach besser.
„Weißt du, vielleicht ist es gut das es so gekommen ist“, sagt Natascha, als sie sich etwas beruhigt hat. Sie fährt fort, „Früher oder später wäre es sowieso raus gekommen und wenn es später gewesen wäre, dann hätte es einen viel lauteren Knall geben können.“
„Vielleicht hast du recht.“
„Ich hatte Monika eingeweiht und habe sie gebeten dir und Papa nichts zu sagen. Stell dir vor, wie Papa reagiert hätte, wenn du auch schon von Natascha gewusst hättest. Stell dir das vor, alle wissen bescheid, nur er nicht.“

„Das hätte schlimm enden können, da hast du recht“, sagt ihre Mutter, um dann mit leiser Stimme zu fragen: „Du nennst dich Natascha, wenn du“, sie lässt den Rest ungesagt.
Natascha weiß was sie meint und bejaht die Frage, leise sagt sie, „Es klingt schön wenn du den Namen sagst.“
„Ich werde versuchen mich daran zu gewöhnen, aber ich brauche Zeit dazu. Ich habe immer einen Sohn und eine Tochter gehabt, ich kann nicht so einfach umschalten und plötzlich zwei Töchter mein eigen nennen.“

„Die Zeit gebe ich dir. Du kannst entscheiden, wann du Natascha kennenlernen willst, solange werde ich immer Lars sein, wenn du mich besuchen kommst.“
„Wie stellst du dir denn die Zukunft vor? Kannst du dort wohnen?“
„Miriam sagt ja, ich werde aber heute Abend mit ihren Eltern reden, mal sehen was die dazu meinen. Ich will das ja nicht umsonst machen, ich habe zu Hause auch Kostgeld gezahlt. Mit de Arbeit wird das auch wohl klappen, mein Chef sagte mir, dass es ihm egal ist, was ich in meinem Privatleben mache.“

„Was hat dein Chef damit zu tun?“
Natascha erklärt ihrer Mutter, dass auch bei ihrer Arbeitsstelle die Zeitungen mit dem korrumpierenden Bild aufgetaucht seien und das sie am Morgen schon mit ihren Arbeitgeber darüber gesprochen habe und sie sich morgen dsen Kollegen stellen würde. Ihre Mutter fragt, ob sie mitkommen soll. Natascha sagt, dass das lieb gemeint sei, aber sie das selber erledigen. Natascha erzählt ihrer Mutter auch, dass sie zu wissen meint, wer ihr das alles eingebrockt hat und muss ihrer Mutter aus diesem Grund noch alle Zusammenhänge erklären, wie sie sich den Zorn dieses Justins auf sich gezogen hatte.

„Ach Kind“, sagt Nataschas Mutter, „in was für eine Gesellschaft bist du nur geraten?“
„Es hätte auch so kommen können, wenn Justin der Ex von Miriam gewesen wäre.“
„Das mag schon sein.“
Natascha hört das „Aber“ in dem Satz und sie glaubt zu wissen, woran sich ihre Mutter stößt. Ihr Outfit auf dem Foto in der Zeitung. Sie seufzt und wiederholt nochmal was sie schon sagte, „Es ist nichts schlimmes was ich mache.“
„Ich weiß“, erwidert ihre Mutter, „es kommt nur so plötzlich, ich muss muss mich erst an den Gedanken gewöhnen das du“, sie kommt ins stocken, „das du … “ Sie weiß nicht wie sie es sagen soll.

„Mama, ich bin weder schwul, noch bin ich eine Tunte. Ich bin auf der einen Seite Lars und auf der anderen Seite bin ich Natascha. Hat Monika dir nicht erklärt, wie es dazu gekommen ist?“
„Doch, hat sie. Sie sagte, dass du dich als Mädchen, als Frau selbstbewusster fühlst und dass du deine Gefühle so ausleben kannst.“
„So ist es. Weißt du, Papa wollte immer das aus mir ein richtiger Mann wird. Ich habe mich aber nie so gefühlt und jedes mal, wenn ich in seinen Augen versagte, wurde es schlimmer. Ich fühlte mich zu klein und zu schmächtig. Papa wollte auch das ich eine Lehre als Schlosser mache, aber ich habe mich dort nicht wohl gefühlt, die Arbeiter dort waren alle so grob und der Ton der dort herrschte hat mich fast krank gemacht.“

„Das weiß noch, du warst damals wirklich krank.“
„Papa war es danach egal, was ich machte. Was mich nur wunderte, war das Auto, welches er mir besorgt hatte.“ Natascha lacht bitter auf, „Das Auto, dass ich nun nicht mehr habe, aber egal, ich komme auch so zurecht.“
„Ich werde helfen so gut ich kann“, verspricht Nataschas Mutter.
„Ist lieb gemeint Mama, aber ich glaube, dass du dann ärger mit Papa kriegen würdest und das möchte ich nicht. Ihr sollt euch wegen mir nicht streiten. Ich weiß doch wie Papa tickt, alles was nicht der Norm entspricht lehnt er ab.“

Sie hört ein seufzen am anderen Ende der Leitung, ihre Mutter gibt ihr recht.
„Pass auf“, sagt Natascha, „ich spreche später mit Miriams Eltern und gehe morgen zur Arbeit“, sie lacht, „Mal sehen, was mich dort erwartet. Ich werde mich dann morgen wieder melden. Ich habe nur eine Bitte.“
„Was denn mein Junge?“
„Packe bitte meine Sachen zusammen und achtet darauf, dass Papa nichts wegschmeißt. Ich werden später schauen, was ich behalten will und was nicht.“

„Das werde ich machen und deinem Vater sollte es nicht einfallen, etwas von dir anzurühren.“
„Streitet euch bitte nicht wegen mir“, sagt Natascha leise, „Papa kann nun mal nicht aus seiner Haut. Es wäre schön gewesen, wenn es anders gelaufen wäre, aber man kann es nicht mehr ändern.“
Sie verabschieden sich und Natascha legt auf. Nachdenklich schaut sie auf das Telefon, entscheidet sich jedoch anders und kramt ihr Handy hervor. Sie schickt eine Nachricht an Yus, in der sie das was geschehen ist kurz sc***dert und ihm mitteilt, dass es möglicherweise Justin ist, der hinter der Aktion mit der Zeitung steckt.

Nur eine Minute nach dem die Nachricht gesendet wurde, klingelt das Handy. Yus ist dran, er hat eine Freistunde und will alles darüber wissen was passiert ist. Natascha berichtet ihm was vorgefallen ist nd als sie endet, glaubt auch Yus daran, das es Justin war, der alles angezettelt hat. Yus fragt Natascha, wie es nun weitergeht mit ihr und dass sie, wenn sie keinen anderen Platz findet auch bei ihm wohnen kann. Natascha lächelt, als sie fragt, ob es Yus nicht lieber wäre, wenn Lars bei ihm einzieht. Sie erklärt Yus, dass sie sicherlich bei Miriam wohnen wird, sollte das nicht gehen, wird sie sich eine Wohnung suchen, allerdings in der Nähe ihrer Arbeitsstelle. Aus dem Grund muss sie sein Angebot ablehnen, auch wenn es sehr lieb gemeint ist. Natascha meint noch, dass Yus aufpassen soll, dass Justin nicht noch andere Gemeinheiten in petto hat. Die beiden unterhalten sich noch eine Weil und legen auf.

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